Die Kirche zur hl. Barbara in Siebeneichen


Kirchweih in Siebeneichen

Die alte Bildtafel zeigt den Grafen Babo und seine 32 Söhne, kniend vor der Mutter Gottes mit dem Jesuskind, der hl. Barbara und dem hl. Magnus. Im Hintergrund die St. Barbara Kirche, die Rosenburg und die evangelische Sankt Johanneskirche von Rosenberg.

  • 1390 gründete der erste urkundlich nachgewiesene Pfarrer Ulrich von Ammerthal und Illschwang nach einem Stiftsbrief vom 30. September 1390 die Kirche zur hl. Barbara in Siebeneichen. Auch die Bergleute aus Siebeneichen stifteten etwas zur Kirche bei.
  • Er erbaute sie innerhalb der Grenzen seiner Pfarrei und machte sie zur Erbin seines gesamten Nachlasses.
  • Von der 1814 aufgelassenen Kapelle ist noch ein spätgotisches Altarbild (es stammt aus der Zeit um 1550) erhalten. Dieses befindet sich zurzeit im Besitz des Sulzbacher Heimatmuseums (als Leihgabe vom Kath. Pfarramt).
  • Auch der romanische Eingang mit der Jahreszahl 1390 ist noch im Anwesen der Familie Aures (Hausnummer 8) zu bewundern.

  • Ein Altar der ehemaligen Kapelle befindet sich in der Ortskapelle Kamersölden.
  • Auch eine Anna-Figur stammt nach mündlichen Überlieferungen aus der ehemaligen St. Barbara-Kapelle in Siebeneichen. Vor einem Baldachin steht eine 120 cm große, holzgeschnitze, spätgotische (um 1550) „Anna-selb-dritt“, eine Darstellung der heiligen Anna die Maria und das Jesuskind auf dem Arm trägt.

 

 

Kirchengeschichte Pfarrei Ammerthal

Nach dem Matrikel der Diözese Regensburg aus dem Jahre 1916 wurde die Pfarrei Ammerthal um das Jahr 1104 von dem Andechser Friedrich von Ammerthal gegründet Im Februar 1104 sind seine Eltern gestorben.

Wahrscheinlich war dies einer der Gründe für den Bau der St. Nikolauskirche, die erst 1120 eingeweiht wurde.

Das Partonatsrecht der Pfarrei Ammerthal befand sich, getrennt vom Burglehen, fortwährend in den Händen der Andechs`schen Erben. Nach den kanonischen Grundsätzen steht dem Erbauer der Kirche und dem Gründer der Pfarrei das Präsentationsrecht zu.

Auch der romanische Baustiel der Pfarrkirche St. Nikolaus entspricht dieser Zeit. Bei der Gründung der Pfarrei Rosenberg 1587 beanspruchten die Markgrafen von Kulmbach und Bayreuth als Erben des meranischen Besitzes das Patronatsrecht auf die Pfarrei Ammerthal, das von Friedrich von Ammerthal auf die nachfolgenden Hofmarksherren von Ammerthal überging. Danach klaffte eine große Lücke in der Pfarrgeschichte von Ammerthal. Kirchlicher Mittelpunkt war 1286 des Dekanat Schwandorf-Hahnbach, wo Mittelalter das Domkapitel des Besatzungsrecht ausübte. Zu diesem Dekanat gehörte auch die Pfarrei Ammerthal. Sie musste 1286 an das „Decanatus Schwainikendorf vel Hahnbach“ 24 marc (römische Silberfeinmark zu den damals üblcihen Gewicht) abgeben. 1326 zahlte die Pfarrei Ammerthal z.B. 70 d. (= denarii). 

Ulrich von Ammerthal 1343-1395

  • Am 30. April und am 16. Mai 1343 erfahren wir den Namen des ersten urkundlich bekannten Pfarrers, Ulrich von Ammerthal, der als Zeuge für Steinlinger und Chunrad den Scharffenberger zu Ursensollen (siehe Kap. Wolfhart und seine Söhne) auftritt.
  • Am 8. Juli 1359 und 1360 die Verträge zwischen dem Bistum Eichstätt und dem Kloster Kastl wegen der Pfarreien Lauterhofen und Illschwang nach Kloster Kastl und dabei Illschwang begünstigte.
  • Am 17. März 1360 setzte er auch einen gewissen Johannes als beständigen Vikar des Klosters Kastl ein. 
  • 1372 gab er die Pfarrei Illschwang samt der Dekananwürde auf und blieb in Ammerthal. Auf die Pfarrei Illschwang erhoben mehrere Bewerber Ansprüche und zeigten päpstliche Briefe vor. Ein Vertragsbrief des Heinrich Kunehart vom 16. April 1372 gibt darüber Auslkunft. 
  • Der männliche Stamm der Ammerthaler war indessen bis auf den Pfarrer Ulrich ausgestorben. Mit seinen Nichten und Ehemännern, den Ammerthaler Erben, schloss er am Samstag den 25. Februar 1374, wegen der Besetzung der Frühmesser zu Ammerthal einen Vergleich. (siehe Kap. Das Frühmessbenefizium in Ammerthal).

Laut dem Stiftsbrief vom 30. September 1390 gründete Pfarrer Ulrich von Ammerthal eine ganz neue Kirche zur hl. Barbara in Siebeneichen und stiftete auch einen ständigen Kaplan dafür. Diese Kapelle ließ er innerhalb der Grenzen seiner Pfarrei für sich und seine Voreltern Seelenheil errichten. Er dotierte sie mit seinem eigenen Vermögen und den milden Spenden einiger Sulzbacher Bürger und machte sie zur Erbin seines gesamten Nachlasses. Das Benefizium war mit Grundbesitz reichlich dotiert. Dazu wäre zu sagen, dass die Grenzen der Pfarrei Ammerthal bis um Sulzbach reichten, einschließlich Rosenberg. Diese Kapelle wurde damals für die Bergleute in Siebeneichen errichtet, die auf dem nahen Eichelberg das Erz zu Tage förderten. Pfarrer Ulrich ließ in dieser Urkunde folgende Verpflichtungen, Rechte des Kaplans und der Stadt Sulzbach sowie sonstige Klauseln festlegen:

  1. Das Besetzungsrecht der Filialkirche Siebeneichen räumte er den Ratsbürgern der Stadt Sulzbach ein.
  2. Der Kaplan war zum Messelesen an Sonn- und Feiertagen sowie an 4 Wochentagen verpflichtet.
  3. Recht der Stadt zur Neubesetzung bei Wegbleiben des Kaplans über einen Monat.
  4. Bei nicht ausreichender Pfründe kann diese 1-2 Jahre feiern.
  5. Der Stadtrat hatte das Recht, den Kaplan bei unpriesterlichen Lebenswandel, Konkubinenhaltung (Frau), Bedrückung der Leute, zur Rede zu stellen oder ihn abzusetzen.
  6. Erlaubnis für den Kaplan zum Messelesen an 4 Frauentagen oder der Kirchweih auf Bitten des Pfarrers zu Ammerthal.
  7. Verpflichtung des Kaplans zur Abhaltung eines Jahrestages für den Stifter.
  8. Das Alter des Kaplans musste über 30 Jahre sein. 

Der Magistrat der Stadt Sulzbach verpflichtete sich in einer Urkunde vom 18. September 1393, zur Verwaltung der von Pfarrer Ulrich von Ammerthal gestifteten ewigen Messe in der St. Barbara Kapellen „zu den Aichen“ jährlich aus den Mitgliedern des inneren Rates zwei abzustellen. Und Pabst Bonifazius IX. bestätigte durch eine umfassende Blei-Bulle vom 9. November 1397 die Gründung der Stiftung „in loco ad Septemqucvcus“.

Gerade diese päpstliche Urkunde lässt erkennen, dass Siebeneichen mit seiner Kapelle von besonderer Bedeutung gewesen sein muss, denn im allgemeinen wurden Messtiftungen im Mittelalter nicht eigens durch den Pabst in Rom bestätigt. Schon 1395 wird Pfarrer Ulrich als tot erwähnt, seine Grabstätte ist unbekannt.

1419 bis 1421 gab es einen Streit um das Besetzungsrecht der Kapelle zwischen dem Kaplan Johann Braxatoris und Hans Eschenbeck mit der Stadt Sulzbach. Sie gewann diesen Prozess, in den sogar der Pabst eingriff (siehe Kep. Eschenbeck).

Die Reformation hat diese Stiftung arg verändert. Der später simultan gewordene Ort Siebeneichen kam anfangs nach Sulzbach, die Protestanten wurden später der Pfarrei Rosenberg zugewiesen (siehe Entstehung der Pfarrei Rosenberg). 

1814 wurde die Kapelle baufällig erklärt und um 161 Gulden verkauft.

Die zwei Glocken wanderten auf den Turm der Schulkirche in Amberg. Die St. Barbarakirche wurde in ein Bauernhaus umgewandelt. 

Friedrich Weissenberger 1409

Am Erhardstag (8. Januar) 1409 wurde nach einem Streit um die „Ormül“ (Obermühle) in Breitenbrunn (Stadt Sulzbach-Rosenberg) ein Vergleich zwischen dem Ammerthaler Pfarrer Friedrich Weissenberger und Kaplan Nyklas von Siebeneichen sowie den Rat der Stadt Sulzbach geschlossen. Es ging um die Taufe und Weihe der „Ormül“ die dem Gotteshaus zu Ammerthal zustand. Die „Ormül“ kam zur Kapelle „zu den Siebeneichen“, aber der Pfarrer von Ammerthal bekam alle Jahr an St. Martin 52 Regensburger Pfennige, 1 Gans und 1 Leib Käse. 

Als erbetene Spruchleute der Streithähne waren: 

  1. Nyklas, Kaplan zu Siebeneichen
  2. Die Stadt Sulzbach
  3. Dekan Friedrich von Hahnbach
  4. Gebhard Reich, Landschreiber zu Sulzbach
  5. Friedrich Kemnather zu Rosenberg
  6. Leonhard Steinlinger zu Illschwang

 

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